Besucher des Ulmer Münsters werden beim Blick auf die dort aufgestellte Weihnachtskrippe einige wesentliche Figuren vermissen. Im gewohnten Ensemble des heiligen Geschehens zu Bethlehem fehlen die heiligen drei Könige. Verantwortliche des Münsters sahen sich genötigt sie zu entfernen. Ein reichlich ungewöhnlicher Eingriff, dem ein kritisch hinterfragender Blick auf den

schwarzen König Melchior vorausging. Der mit seinen wulstigen Lippen, Federschmuck und Ohrringen als Inbegriff einer rassistischen Sichtweise empfunden wurde. Tatsächlich scheint diese wenig sakral anmutende Figur wie geschaffen zu sein, um Pippi Langstrumpfs Vater: den nunmehr aus Kinderbüchern gestrichenen “Negerkönig” in Erinnerung zu rufen. Und um in einem ohnehin schon rabiat aufgeheizten Cancel-Culture Diskussionsklima keine Debatte über einen rassistisch verhunzten heiligen König aufkommen zu lassen, wurde der peinlichen Königsfrage durch ein Entfernen aller Könige die Grundlage entzogen. 

In ihrer vermeintlich antirassistischen Gesinnung ist den Verantwortlichen des Ulmer Münsters jedoch entgangen, dass ausgerechnet in der Krippenfigur des Jesuskinds eine rassistische Grundhaltung zutage tritt. Das ist keineswegs so absurd wie es sich anhört. In der Gegend wo das Jesuskind der Legende nach zur Welt gekommen sein soll, sehen Kleinkinder nun mal

nicht so aus wie blondgelockte Wonneproppen auf Werbefotos für Alete-Milchbrei. Es wird gemeinhin übersehen, dass es sich beim Jesuskind, so wie wir es seit jeher kennen, um die nachträgliche Weißmachung eines ursprünglich doch wohl eher dunkelhäutigen Menschleins handelt. Bevor ich darauf zurückkomme ist zunächst einmal festzustellen, dass Rassismus ein zweischneidiges Schwert ist: Gesellschaftliche Herabsetzung Andersfarbiger, bei gleichzeitiger Höherbewertung der eigenen Hautfarbe. Wobei die Verachtung und Tötung von Menschen mit schwarzer bzw. dunklen Hautfarben die Frage aufwirft, weshalb Hautfarben überhaupt Projektionsflächen für ganze Weltbilder sein können.

Falls Tiere wüssten was Dummheit ist, würden sie im Menschen das unüberbietbar dümmste Tier erkennen. Ist doch der Mensch das Wesen, das seine ziemlich begrenzte Lebenszeit mit erschreckend sinnlosem Tun und Treiben verbringt. Was ihn am unvoreingenommenen Blick aufs Ganze hindert. Auf das, was getan werden müsste um seinen Planeten zu einem lebenswerten Ort für alle einzurichten. Dass unsere Welt weit davon entfernt ist es zu sein, ist jedoch nicht nur auf Dummheit allein zurückzuführen. Ebenso verantwortlich für katastrophale Verhältnisse ist die Schwester der Dummheit: die egoistische Selbstgefälligkeit. Wer immerzu vor sich selbst niederkniet, was Dumme bekanntlich am allerliebsten tun, neigt dazu anderen in den Hintern zu treten. Jedoch nur solchen, deren blosser Anblick als unerträglicher Angriff auf die eigene Würde verstanden wird. 

Warum eigentlich Rassismus?

Zwar stirbt jeder Mensch für sich allein, ist aber im Leben auf andere angewiesen. Und bei Bedarf genötigt mit ihnen an einem Strang zu ziehen. Das ist freilich nur möglich, wenn dabei ein Einverständnis in Gemeinsamkeiten gegeben ist. Verbundenheiten zwischen mir und dir kommen in einem Wir-Gefühl zum Ausdruck. Das wiederum zur Grenze zwischen uns und denen führt. Denjenigen etwa, die nicht so wie wir zum Stammtisch gehören, sondern dort an der Theke stehen. Die Aufzählung solcher Beispiele könnte Bibliotheken füllen. Womit ersichtlich sein dürfte, dass eine hauptsächliche Tätigkeit des Menschen darin besteht, sich von anderen abzugrenzen.  

Rassismus ist die Rechtfertigung und ausdrückliche Duldung von Diskriminierung und Tötung anderer Menschen aufgrund ihrer äußeren Merkmale oder Lebensgewohnheiten. Dass “Neger, Juden, Schwule und Muslime ins Gas” gehören gilt bezeichnenderweise unter deutschen Rassisten als Selbstverständlichkeit. Grundsätzlich wird als rassistisch heute diskriminierendes Verhalten gegenüber schwarzen, bzw. People of Color bezeichnet. Die schon seit Jahrhunderten in der Sichtweise von weißen bis leicht rosafarbenen, gelegentlich auch sonnengebräunten Menschen gar keine “richtigen” Menschen sind. Und daher oft als zweibeinige Arbeitstiere wahrgenommen und auch so behandelt werden.

Rassismus ist ohne Hass nicht denkbar. Wie aber entsteht Hass auf andere? Hass steht im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Hässlichen in Verbindung. Als hässlich werden Dinge bezeichnet die unannehmbar von dem abweichen, was innerhalb einer bestimmten Sichtweise als schön, oder wenigstens als Norm empfunden wird. So galten beispielsweise im Mittelalter dunkle Haut- und Haarfarbe, wirre Frisur, starke Körperbehaarung, starre Augen, sowie ein breites Gesicht mit auffallender Nase als hässlich. Was dem antisemitischen NS-Steroptyp des

“hässlichen Juden” vorausgreift. Ein Feindbild, das mit Entmenschlichung und heimtückischer Bestialität gleichgesetzt wurde. Und im nachhinein eindeutig darauf hinweist, dass überzeugte Rassisten vor nichts zurückschrecken, wenn äußere Merkmale und Lebensgewohnheiten anderer als hässlich empfunden werden.

In diesem Zusammenhang wäre an die ältesten Hassgefühle und damit verbundene Grenzen zu erinnern. Die nicht zwischen Mensch und Mensch, sondern zwischen Mann und Frau verlaufen. Was taten gestandene Männer, die am liebsten unter sich waren, Frauen zwar hin und wieder brauchten, sie aber als so etwas wie einen unerfreulichen Missgriff der Natur empfanden? Ob dem Verhüllungskünstler Christo (1916 – 2020) beim Anblick muslimischer Frauen Gedanken an verhüllt umherwandelnde Objekte aufkamen ist nicht bekannt. Tatsächlich aber mussten sich

Frauen ab dem siebten Jahrhundert n. Chr. auf Befehl ihrer Gebieter und unter Androhung drakonischer Strafen verhüllen. Sieht man von scheinheiligen bis einfach nur unsinnigen Begündungen ab, die Mohammed als selbsternanntes Sprachrohr des Höchsten verkündete, bleibt für die auferzwungene Verhüllung ein männliches, allzu männliches Motiv: Befreiung vom Anblick eines als  minderwertig aufgefassten Geschlechts.

Die damit in Gang gesetzte Geschlechtertrennung ist eine Variante der Rassentrennung. Die gesetzliche bzw. “religiös” durchgesetzte Trennung von Männern und Frauen in verhüllte und nicht verhüllte Menschen offenbart den Islam als Apartheid System. Womit gemeinhin die zwangsweise Trennung von als “Rassen” definierte Gruppen von Menschen gemeint ist. Die

mittlerweile beendete, unter der Vorherrschaft der “weißen” südafrikanischen Bevölkerung praktizierte Abschottung von “Schwarzen” ist noch in lebhafter Erinnerung.    

Die Übermalung des schwarzen Jesus. Ein Beispiel für rassistische Farbkorrektur

Weißmachen lässt Gedanken an Werbung für Zahnpasta aufkommen. Weismachen bedeutet hingegen jemandem etwas unzutreffendes glauben machen wollen; jemand belügen. Was hinsichtlich der Zahnpastawerbung zutrifft. Will sie einem doch weismachen, dass diese oder 

jene Zahnpasta die Zähne weiß macht. Obwohl das erwiesenermaßen unzutreffend ist, wird es dennoch gerne geglaubt. Womit man die Sache auf sich beruhen lassen kann. Eine andere, weitaus problematischere, ja sogar regelrecht rassistische Beziehung zwischen weismachen und weißmachen tritt beim Blick auf Jesus zutage. Den man bei seiner Geburt

als ein etwas pummeliges, niedlich blondgelocktes, richtig weißes Kind kennenlernt. Das dann zu einem langhaarigen weißen Hippie heranwächst. Der später neben seinem himmlischen Vater, einem alten weißen Hippie mit langem weißen Rauschebart sitzt. Derartige Bilder gehen zu einem Auge rein und zum anderen wieder raus. Man denkt sich nichts dabei. Auf jeden Fall nichts schlimmes.

Doch schon ein flüchtiger Blick auf ethnographische Gegebenheiten infragekommender Orte heiligen Geschehens stellt klar, dass unser Bild von der Hauptfigur im Neuen Testament nicht stimmen kann. Falls man biblischen Erzählungen überhaupt glaubt, muss der Sohn der Söhne ein ganz anderer Mensch gewesen sein. Einer, der wohl wie ein Enkel von Barack Obama aussah. Jedoch, und das ist nichts anderes als Rassismus, wird Christen in unserem Kulturkreis weisgemacht, Gottes Sohn wäre mit der gleichen weißen Hautfarbe wie sie selbst auf die Welt gekommen.

Es gibt zwar in anderen Teilen der Welt einige wenige schwarze Christusfiguren, aber dass der historische Jesus so etwas ähnliches wie ein “Neger” war darf man nicht sagen. Und das darf ja auch nicht wahr sein. Auf jeden Fall bei uns nicht! Würde doch der Gedanke an ein “Negerkind” in der Krippe bestimmt nicht nur Donald Trumps Vorstellungen von einer “weißen” Weihnacht empfindlich schwärzen. Übrigens spricht viel dafür, dass auch die Wiege der westlichen Kultur und Zivilisation; die griechische Antike, in afroasiatischen Wurzeln steckt und erst nachträglich weißgemacht wurde.  (Für Kulturinteressierte: Martin Bernal, BLACK ATHENA, The Afroasiatic Roots of Classical Civilization – The Fabrication of Ancient Greece,1990)

Rassismus ist nicht nur Diskriminierung von Andersfarbigen und Leuten die anders als die Anderen sind. Rassismus ist viel mehr als das. Schwarze und Menschen mit dunklen Hautfarben als Minderwertige abzutun ist nur möglich, wenn gleichzeitig die eigene weiße Hautfarbe als

Hinweis für menschliche Vollwertigkeit empfunden wird. Das heißt, dass Rassismus mit der  ständigen Inszenierung eines farblich wünschenswerten Erscheinungsbilds einhergeht. Was einen ständigen Anpassungsprozess an die gesellschaftlich korrekte Hautfarbe beinhaltet. Was sogar die nachträgliche Farbkorrektur, Weißmachung von Menschen einschließt, die wie Jesus oder die alten Griechen, nicht so aussahen wie “richtige” Menschen aussehen müssen. Hüten wir uns daher mit dem moralisierenden Zeigefinger amerikanische Verhältnisse anzuprangern. Die Brutalität amerikanischer Polizisten, die ihren Dienst mit der Berufsauffassung ehemaliger Sklavenaufseher verrichten, ist nur die Spitze eines riesigen weißen Eisbergs.   

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