Lebenskunst besteht zu neunzig Prozent aus der Fähigkeit mit Menschen auszukommen die man nicht ausstehen kann. Samuel Goldwyn

Wo Hass aufkommt droht Untergang. Mahatma Gandhi

Es ist schon längst passiert! Die hässliche, arme, hoffnungslos verelendete Welt ist mit der reichen, schönen Welt kollidiert. Es ist ein Zusammenstoß im Zeitlupentempo, der sich noch einige Jahrzehnte mit sehr umwälzenden Folgen hinziehen wird. Hat doch die real existierende Hölle von wirtschaftlicher Misere, religiösem Fanatismus, brutaler Machtgier, irreparablen Umweltschäden, Dummheit und Kriegen, nicht etwa nur eine Flüchtlingswelle, sondern eine unaufhaltsame Völkerwanderung in die westliche Welt in Gang gesetzt. Die sich durch herkömmliche Grenzen nicht aufhalten lässt.

Im ganzen ehemaligen Abendland, und auch im vormaligen Kolonialreich Deutschland hat die nicht endendwollende Zuwanderung aus der kaputten, größtenteils islamischen Welt unumkehrbare gesellschaftliche Verhältnisse geschaffen. Und zwar in Form einer neuen Grenze. Die unüberwindbar zwischen denjenigen verläuft, die den Zuzug als Bereicherung begrüßen, oder zumindest achselzuckend hinnehmen, und solchen, die die anwachsende Schar der Ankömmlinge als unannehmbare Zumutung und sogar als Bedrohung empfinden.

Teilweise hat die Ablehnung der Zugewanderten etwas mit einem wiedererwachten Interesse an rechtslastig angehauchter nationaler Identität zu tun. Die sich der immer wieder beschworenen Solidarität mit der verelendeten Weltbevölkerung höhnisch widersetzt. Aus durchaus nachvollziehbaren Gründen. Schließlich geht’s auch im Wohlfahrtsstaat um’s eigene Fressen, um Wohnung, Arbeit, und vor allem auch um das bisschen Geld, mit dem der Staat Bedürftige mehr schlecht als recht beschwichtigt. Dass dann aber von diesem ohnehin schon dürftigen Kuchen auch noch annähernd gleich große Stückchen an hergelaufene Habenichtse mit provozierend fremdländischen Gewohnheiten verteilt werden, ist für deutsche Schlechtweggekommene ein Schlag ins Gesicht. Der nicht ohne Verbitterung hingenommen wird, und teilweise auch Abwehrreaktionen übelster Art bewirkt.

Neben etablierten rechtspopulistischen Strömungen ist sie am deutlichsten an besoffenen Glatzköpfen zu sehen, die mangelhaft zugeknöpft und mit ehemals deutschem Gruß vor Armutsherbergen zur Verteidigung des Vaterlands aufrufen.

Bei genauerem Hinsehen sind diese Erscheinungen aus dem Gruselkabinett der Meinungsfreiheit jedoch nur besonders auffällige Gestalten innerhalb einer modernen Hassgesellschaft. Ausländerhasser mit Nazianstrich sind ja eine eher unbedeutende

Minderheit, die sich im Grunde genommen nur durch ihr Äußeres von ganz normalen, unauffälligen Leuten unterscheiden. Die aber ebenfalls, und auch bis ganz obenhin, von unaufhörlich lodernden Hassgefühlen gegen alles denkbar mögliche erfüllt sind.

Die Gefühlswelt der Hassgesellschaft

Man kommt dieser Gefühlswelt näher wenn man bedenkt, dass es im Leben erwachsener

Menschen außer Geld und sinnlichen Genüssen eigentlich nichts gibt, was vorbehaltlos und erfreut annehmbar wäre. Die allgemeine Lebenserfahrung besteht aber nun mal darin, dass es viel zu wenig von dem gibt was man will, und viel zuviel von dem was einem einfach nicht passt, und entschieden gegen den Strich geht. Wobei die schwere Last an Dingen, die einem gewissermaßen unaufhörlich stinken, nach und nach einen dumpfen Missmut hervorruft. Der als kollektive Grundstimmung im Dasein unübersehbar die Gesichter der

Menschen prägt. Ein Missmut schließlich, der zusätzlich noch durch das schmerzhafte Fehlen all jener Dinge im Leben verstärkt wird, die man so gerne hätte, aber aufgrund scheinbar schreiender Ungerechtigkeiten nie bekommen wird.

Diese Andeutungen dürften vollauf genügen um nachvollziehen zu können, dass die schwärzlich verhangenen Himmel aus Enttäuschung, Neid, Missgunst, Unzufriedenheit und Verständnislosigkeit ein hochexplosives Gemisch bilden. Das zwar nicht immer zur Explosion führt, wohl aber als niemals nachlassender Antriebsschub zur Kultivierung von Hassgefühlen wirkt. Weshalb man sich nicht wundern darf, dass heute jeder jeden hasst. Linke hassen Rechte. Rechte hassen Linke und Muslime. Gutmenschen hassen vermeintliche Schlechtmenschen. Geschäftsinhaber hassen Straßenmusiker. Schwarzfahrer hassen Kontrolleure. Schüler hassen Lehrer. Feministinnen hassen Männer. Männer hassen ihre Frauen. Vegetarier hassen Fleischesser. Jogger hassen Nordic Walker. Nichtraucher hassen Raucher.

Im Internet hat sich im Schutz der Anonymität mittlerweile eine regelrechte Hasskultur etabliert, in der Beleidigungen übelster Art die Norm sind. Beklemmend und erheiternd zugleich ist in dieser Hasskultur der digitale  Schulterschluss von jungen Männern, sogenannten Incels, unfreiwillig Zöllibitäre. Deren Anmache von Frauen immerzu absolut erfolglos bleibt, und die deshalb auf die Welt der Frauen, die ihnen den dringend benötigten Sex verweigert, unsägliche Hasstiraden loslassen. Dass in der modernen Hassgesellschaft Toleranz und Nächstenliebe als verstaubte Sachen aus der Welt der Leute von Vorgestern belächelt werden, ist keiner besonderen Erwähnung mehr wert. Auch nicht, dass es statt ‘Love and Peace’ überall ganz schnell eine auf die Fresse gibt.

Heutztage wird das Seelenheil im Angriff gesucht. Schon beim Wachwerden setzt sich der kriegerische Vorsatz durch mit gutplazierten Treffern es ihm, ihr, denen, oder allen zusammen mal wieder so richtig zu zeigen. Gleich nach dem Frühstück wird im Treppenhaus dem Nachbarn gezeigt wo der Hammer hängt. Dem Vordermann auf der linken Fahrspur wird es mit

der Lichthupe, und bei nächstbester Gelegenheit mit dem Finger gezeigt. Untergebenen Mitarbeitern mit einem Anschiss der es in sich hat. Das Repertoire der Bösartigkeit und des Hasses erweist sich dabei im Verlauf eines einzigen Tages, bis hin zur kräftigen Verfluchung des abendlichen Fernsehprograms als unerschöpflich.

Fatalerweise liegt es in der Natur der Sache, dass die Kriegsschauplätze des Alltags bei allen Beteiligten einen unbezähmbarer Wunsch nach Erhöhung der individuellen Kampfkraft hervorrufen. Ein Wunsch, der aufgrund gewaltverhindernder Gesetze zwar weitgehend beherrschbar bleibt, aber dennoch regelmäßig für Schlagzeilen sorgt. Sind doch die zweifellos radikalsten Zeichensetzer der Hassgesellschaft jene verstörten, und mehr oder weniger unauffälligen amerikanischen Einzelkämpfer. Die es mit dem Sturmgewehr allen so richtig

zeigen. Männer wie Stephen Paddock beispielsweise, von dem niemand etwas wusste, bis er in Las Vegas von einer Hotelsuite aus mit nicht weniger als dreiundzwanzig Sturmgewehren so lange in eine Menge schoss bis sich nichts mehr rührte. Das sind Symbolfiguren des Hasses im unseligen Pantheon eines gesellschaftlichen Kriegszustands. In dem nichts anderes als die Anzahl der Treffer zählen, die einer dem anderen imstande ist zuzufügen.

 


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